Hier folgt ein Bericht von Ramona Jakob (gelesen auf Xing) - den musste ich mal hierher kopieren. Er ist einfach herrlich geschrieben und spricht mir ganz aus dem Herzen: Danke Ramona!!!
Fastenzeit – die Zeit des Verzichtes. Meine persönliche Vorgabe, genug Disziplin für meine Gesundheit und heimische Waage und gegen die süßen Verlockungen des Alltags aufzubringen, hat nicht lange standgehalten. Dennoch könnte ich gerade in der jetzigen Zeit auf so einiges verzichten. Auf weitere fünf Wochen grau in grau mit Schneeregenschauern zum Beispiel. Oder auf schlechte Nachrichten, verspannte Schultermuskeln und die aktuelle abendlich eintretende Trotz- und Machtkampfphase meines Sohnes. Auch würde ich die täglich matschverschmierte Kinderklamotten, keifende Nachbarn und die dieses Jahr scheinbar unvermeidbare Magen-Darmgrippe nicht wirklich vermissen. Man sollte wirklich häufiger verzichten. Es erleichtert bereits, wenn man darüber schreibt!
In Zeiten des Fastens und der auch noch zeitgleich stattfindenden Krise, ist Verzicht und Sparsamkeit eine gute Sache. Da lohnt es sich, auch auf profanerem Wege mal klar Schiff zu machen und im Leben und Haushalt auszumisten. Denn Dinge, auf die man verzichten kann, gibt es mehr als genug. Oder nutzen Sie etwa ernsthaft Ihr Waffeleisen, den Sandwichmaker, die Crepeplatte, den Icecrusher sowie sämtliche Tupperschüsseln in Ihrem Schrank wirklich genau so oft, wie Sie es bei der Anschaffung versprochen haben? Ja?! Dann Hut ab, Sie sind ein fleißiges Bienchen und brave Hausfrau (gerne nehmen wir die dazugehörigen Tipps im Forum auf!). Nein?! Dann ergeht es Ihnen wahrscheinlich wie den meisten von uns. Und den verschmähten Haushaltsgeräten ergeht es wie dem verstaubten Stepper im Keller, den Massagerollern im Badezimmerschrank und den Diätbüchern, die wir zwar gekauft, aber nie so richtig eingehalten haben.
Aber auch im Kinderzimmer könnte Verzicht manchmal ganz gut tun. Sagen wir dies unseren Jüngsten und spornen Sie zum Ausmisten an, reagieren sie in etwa so, wie wir Frauen, wenn unsere Männer der Meinung sind, unsere Kleider- und Schuhschränke seien überfüllt. Nämlich uneinsichtig. Plötzlich ist alles wertvoll, erinnert an etwas Bestimmtes und wird auf jeden Fall heiß und innig geliebt und bespielt – in naher Zukunft zumindest. Also wird meist zweimal aussortiert. Einmal mit und einmal ohne Kind. Aber aufgepasst, der Nachwuchs kennt seine Heiligtümer besser, als manch Elternteil vermutet!
So, hat man sich nun auch im Kinderzimmer in Verzicht und Ordnung geübt, bleibt die Frage: wohin mit dem ganzen Krempel. Und da sind wir bereits bei der für Mütter viel wichtigeren Zeit als der Fastenzeit. Denn: „es-ist-endlich-Kinderbasar-und-ich-renne-für-gebrauchte-Sachen-die-Türe-ein-schlimmer-als-wenn-Aldi-Schneeanzüge-im-Angebot-hat-Zeit“.
Tonnenweise Kleidung und Spielzeug werden etikettiert, beschriftet, nummeriert, notiert und zu Kindergärten oder anderen engagierten Einrichtungen geschleppt. Da steht man dann Stunden, um die Sachen abzugeben. Stunden, um beim Basar rein zu kommen. Stunden, um die ergatterten Schätze zu bezahlen und Stunden, um den eigenen Riesenrestberg wieder abzuholen.
Gerade in finanziell engen Zeiten, Krisen und Sparperioden bieten Kinderbasare jedoch die perfekte Lösung, um mütterliche Sparsamkeit mit weiblicher Shoppinglust, kindlichem Bedürfnis an der nächsten Kleidergröße und dem guten Gewissen, ein Schnäppchen gemacht zu haben, während man sogar noch Geld verdiente, in Einklang zu bringen. Was will man(n) mehr?
In diesem Sinne wünsche ich allen eine disziplinierte Fastenzeit und viel Erfolg auf dem nächsten Kinderbasar!